Wenn eine Abnormalität geschieht, das Klima sich zum Beispiel anders verhält als es das bisher getan hat, es zu warm ist oder die Gletscher schmelzen, suchen wir nach Erklärungen dafür. Während der europäische Mensch vor der Aufklärung den Grund für schlechtes Wetter und Abweichungen bei Gott gesucht hat und zum Beispiel eine Dürreperiode als göttliche Strafe interpretierte, ist es nun anders. Heute versucht man solche Phänomene wissenschaftlich zu erklären.
Aber auch heute können wir das Klima, dessen Einflussfaktoren und Auswirkungen nicht soweit verstehen oder berechnen, um absolut sichere Erklärungen und Voraussagen zu erstellen. Dazu ist es einfach zu komplex. Dennoch ist es uns auch heute, wie im Mittelalter, ein innerstes Bedürfnis eine ausschöpfende, d.h. heute wissenschaftliche Erklärung für Klimaphänomene zu finden, ob wir nun in der Lage dazu sind oder nicht.
Da das Klima aber zu komplex ist, verwenden Wissenschaftler Modelle, die das Wetter und seine Einflussfaktoren vereinfachen. Das heißt, es werden bestimmte Annahmen gemacht und bestimmte Faktoren festgelegt. Solche Modelle liefern zwar Erklärungen, aufgrund der ihnen zugrunde liegenden Annahmen sind sie aber fehlerhaft und unzuverlässig. Weiterhin führt die Arbeit mit Modellen dazu, dass unterschiedliche Annahmen gemacht werden, was wiederum dazu führt, dass es unterschiedliche Modelle und Erklärungen gibt und somit kontroverse Hypothesen. Der eine Wissenschaftler nimmt an, dass Faktor a zu x führt, der andere dass Faktor a zu y führt. Der eine glaubt an die Auswirkung der vermehrten CO2-Emissionen durch den Menschen auf das Klima, der andere nicht. Man sollte also immer bedenken, dass es sich um Hypothesen handelt, d.h. sie sind nur unter bestimmten Bedingungen richtig. Eine falsche Annahme und ein Modell bricht zusammen, wie ein Kartenhaus. Der Grund ist, dass die dem Modell zugrunde liegende Hypothese, aufgrund der nicht mehr erfüllten Bedingung, falsch ist.
Welche Hypothese erfolgreicher ist hängt, wie wir alle gerade feststellen, davon ab, wie stark sie verbreitet, beworben und durchgesetzt wird. Dazu kann ich nur die Lektüre von Ian Hacking empfehlen. Er erörtert gerade dieses Phänomen. Die Wissenschaft ist, so erklärt Hacking, ebenso den “Gesetzen” der Gesellschaft unterworfen, wie zum Beispiel die Politik. Der Pragmatiker William James erkennt, dass die Wahrhaftigkeit wissenschaftlicher Hypothesen letztlich stark vom Glauben, also einer irrationalen Größe, abhängt. Nun haben sich die Forscher durchgesetzt, die behaupten, der Mensch verursache den Klimawandel. Ihre Hypothese ist in dem Sinne erfolgreich, ob sie der Wahrheit entspricht ist eine andere Frage.
Robert Meissner
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Kommentar

Gute Darstellung eines recht simplen Sachverhaltes, der in der Öffentlichkeit gar nicht mehr zur Debatte gestellt wird, weil nun mal aufgrund verschiedener Einflüsse eine Hypothese erfolgreicher verbreitet werden konnte. Der “Glaube” an den anthropogenen Klimawandel hat sich durchgesetzt. Abweichende Meinungen kommen nur noch marginal vor.
Vielleicht hat die Verblüffung vieler über einen so einfachen Sachverhalt, wie er oben dargelegt wird, viele davon abgehalten, hier weitere Kommentare abzugeben.