Sisal ist eine vielseitige Naturfaser
11. April 2012 von hempstar
Als Sisal bezeichnet man sowohl die Sisal-Agave als auch ihre Fasern, die zu verschiedenen Textilprodukten verarbeitet werden. Obgleich die aus Südamerika stammende Pflanze schon lange bekannt war, erlangte sie erst im 19. Jahrhundert ihre Bedeutung für die industrielle Produktion und breitete sich weltweit um den Äquator aus.
Verwendung von Sisal
Gemessen an den Produktionszahlen in Tonnen ist Sisal auf dem Globus die fünftwichtigste Faserpflanze. Man stellt aus den Fasern sehr begehrte Teppiche, Seile, Taue und Garn her, Letzteres auch für Kordeln und kunstgewerbliche Arbeiten. Sisal-Wolle wird in der Industrie auch für Dichtungs- und Reinigungszwecke genutzt, die Faser dient zum Polieren oder als Füllmaterial für Matratzen. Für technische Werkstoffe könnte Sisal ein wichtiges Verbundmaterial werden, daran wird seit den 2000er Jahren geforscht. In Brasilien erprobt man gegenwärtig die Verbindung von Sisal und Zement. Dart-Boards können aus Sisal gefertigt werden, ihre Lebensdauer steigt dadurch signifikant an.
Die Eigenschaften der Sisalfasern
Da es mehrere Sisal-Pflanzen gibt, muss auf die bedeutendste Hybridsorte H.11648 verwiesen werden, die bei fast allen Sisal-Anwendungen genutzt wird. Die Sisalfasern sind gerade und mehrzellige, dabei zu kurz zum Spinnen, weshalb man die Faserbündel mit einer Länge von meist 90 - 100 mm verarbeitet. Sisal enthält viel Cellulose (bis 65 Prozent), Hemicellulose (bis 15 Prozent) und das als Bindemittel wirkende Lignin (bis 20 Prozent). Damit ist Sisal wie alle Blattfasern grober und härter als Fasern aus Bast, somit auch ausgesprochen zäh, steif und zugfest. Das macht die Verwendung für Taue so interessant. Die Produktion ist relativ unkompliziert, die Sisal-Agaven können bei günstigem Klima bis dreimal jährlich geerntet werden. Die gesamten Blätter der Pflanze enthalten bis zu sieben Prozent Fasern, die mit leistungsstarken Maschinen im Faseraufschluss abgetrennt werden.
Stichworte: Sisal
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