Miscanthus - Heizmaterial vom Acker
12. April 2012 von hempstar
Die in der botanischen Fachsprache als Miscanthus bekannte Pflanze heißt bei uns Chinaschilf, und wird bisher nur in sehr kleinem Rahmen kommerziell angebaut. Die Pflanze ist aber als nachwachsende Nutzpflanze vor allem für die Verfeuerung in Biomasse-Heizungen geradezu optimal geeignet - Miscanthus gilt auch im landwirtschaftlichen Rahmen als Energiepflanze.
Darüber hinaus ist der bei uns verbreitete Miscanthus giganteus eine relativ anspruchslose Pflanze, die Wuchshöhen bis zu 4 m erreichen kann, und ab dem 3. Jahr bereits Erträge von bis zu 30 Tonnen Trockenmasse pro Hektar einbringt. Im Vergleich zu Mais und Raps hat Miscanthus auch eine sehr positive Wirkung auf die Ackerfläche und den Boden - der Wasservorrat und die Humusschicht des Bodens wird geschont, Pflanzenschutzmittel sind auch bei extensivem Anbau nicht nötig, und die Düngermenge ist im Vergleich zu anderen Ackerpflanzen sehr gering. Für Miscanthus gelten in etwa die selben Standortanforderungen wie für den Maisanbau.
Märkte und Weiterverarbeitungsmöglichkeiten sind bis jetzt für Miscanthus noch nicht vorhanden, bei beginnendem, extensiven Anbau werden hier aber sicherlich auch lokal Möglichkeiten entstehen. Die Verfeuerung in den meisten Hackschnitzelanlagen ist durchwegs problemlos, eine Pelletierung der Trockenmasse wäre bei Miscanthus durchaus denkbar. Durch den Wegfall der Betriebs- beziehungsweise Flächenprämie beim Anbau von Energiepflanzen sind viele Landwirte bisher noch zögerlich, vor allem weil die Vermarktungsmöglichkeiten derzeit noch fehlen. Allein für die Deckung des Eigenbedarfs an Biomasse aber macht der Anbau bereits schon Sinn - durch die hohen möglichen Erträge und die anspruchslosen Eigenschaften der Pflanze können auch die Anbauflächen dafür sehr klein gehalten werden.
Im größeren Rahmen betrachtet hat Miscanthus allerdings durchaus das Potenzial, als Biomasse mit Hackschnitzel und Pellets mindestens mithalten zu können, in einigen Jahren bei entsprechender Verbreitung der Erzeugungsstandorte möglicherweise sogar die günstigere Alternative zu sein. Durch die bodenschonende Anbauweise stellt Miscanthus als Nutzpflanze auch ein Mittel zur Förderung der Nachhaltigkeit dar - Experten rechnen mit einem starken Ansteigen des Biomassebedarfs in den nächsten Jahren, und dieser weitaus höhere Bedarf im Vergleich zu heute sollte dann auch so nachhaltig wie möglich gedeckt werden. Dafür eignet sich das Chinaschilf in jedem Fall, bei entsprechender Bewirtschaftung und Vermarktung rechnet es sich auch für den Landwirt. Definitiv eine gute Alternative also.
Stichworte: Chinaschilf Miscanthus
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